Bereits zum vierten Mal fand in der letzten Schulwoche des Schuljahres 2025/2026 der Science Slam als Abschluss des Methodentrainings in der E-Phase statt. Ziel ist es, mit den selbst erarbeiteten Slams die große Kunst des Präsentierens an einem Thema der Wahl mit allen Finessen der Präsentationskunst zu festigen. Mitschüler und eine Jury sollen vom Slammer durch Information und Entertainment so in den Bann gezogen werden, dass das Erlernen und Merken des Inhalts geradezu wie magisch funktioniert – eben das, was „Infotainment“ bewirken soll.
Doch wie geht das eigentlich? Magisches Lernen? Nun, das hauptsächliche Zaubermittel ist allen bekannt – theoretisch. Es ist der „Rote Faden“. Der „Rote Faden“ stammt aus der Handelsschifffahrt und markierte Taue der königlichen Handelsflotte. Um diese vor Hehlerei und Diebstahl zu sichern, durchzogen die königlichen Taue ein roter Faden – war dieser nicht mehr durchgängig, so war nachweislich an der mit Tauen gesicherten Ware manipuliert worden. Clever! Und clever war auch Johann Wolfgang von Goethe, als er den „Roten Faden“ in der „Wahlverwandtschaft“ metaphorisch einsetzte – als Sinnbild für eine klare Linie, einen Leitgedanken, einen nachvollziehbaren Gedankengang. Und diese Cleverness sollte durch die Fokussierung auf den „Roten Faden“ in den Slams der diesjährigen E-Phase vermittelt werden.
In der Theorie war dieses Zaubermittel auch relativ schnell erarbeitet: Wesentlicher Bestandteil ist eine Leitfrage, die in der Einleitung formuliert, im Hauptteil eruiert und im Schluss evaluiert wird. Aber da war ja noch die Aufgabe des Entertainments! Wie schafft man, dass sein Thema in Form der Leitfrage so spannend zu verpacken, dass die Hörer gewillt sind, aufzupassen und dadurch wie magisch den Inhalt erlernen und sich merken? Vielleicht eine Umfrage mit QR-Code über eine Zimmerbelegung in einem Hotel mit unendlich vielen Zimmern? Oder eine gruselige Maske aus der Serie „The Last of Us“, über die man ins Gespräch über invasive Pilze mit den Zuhörern kommt? Beide Einstiege konnten wir in den Slams sehen und beide haben mit Recht die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewonnen und halten können. Den Roten Faden zu halten – sprich, die Leitfrage immer im Blick zu halten, sie konsequent zu erarbeiten und am Schluss wieder aufzugreifen – war in diesem Jahr gleich zwei Slammern gelungen – mit exakt der gleichen Punktzahl hatten wir zwei erste Plätze! Herzlichen Glückwunsch!
Weniger magisch und dem Charisma des Science Slams, das er in den letzten drei Durchgängen durch die Slammer und das Publikum erreicht hat, nicht entsprechend, war das Verhalten vieler Teilnehmer, die durch ihre fragwürdige Arbeitshaltung ihre Mitschüler im Stich ließen.
(Für das Team Science-Slam: Desirée Struß-Novian, Grafik: Mit KI generiert)




