Meist sind die Inhalte im Lateinunterricht von Männern dominiert. So kennt jeder die Taten des Gaius Iulius Caesar, das goldene Zeitalter des Gaius Octavius Augustus, oder auch die Erfolge des Karthagers Hannibal Barkas. In der Realienkunde Latein geht es nämlich nicht nur um die römische Gesellschaft, auch andere antike Völker werden beleuchtet. Doch wo bleiben die Frauen? Auch sie haben Großes geleistet.
Um wenigstens drei Frauen der Antike näher zu beleuchten, haben sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Gymnasialklasse gemeinsam mit ihrer Lateinlehrerin Verena Felkl in einem kreativen, produktorientierten Projekt mit Cornelia, der Mutter der Gracchen, mit Kleopatra, der letzten Pharaonin Ägyptens, und mit Boudicca, der Witwe eines britischen Stammeskönigs, beschäftigt.
Alleine oder in der Gruppe
Die Schülerinnen und Schüler hatten viele Freiheiten in der Arbeitsweise und Gestaltung ihres Produkts. Die meisten arbeiteten als Gruppe zusammen. Nachdem sie sich für eine Persönlichkeit und ein Produkt entschieden hatten, ging es weiter mit Recherche, Arbeitsaufteilung und Produktgestaltung. Dies lief sehr harmonisch, aber mitunter machten den Gruppen auch Krankheitsausfälle zu schaffen, wie Aaron und Jonas zu spüren bekamen: „Die Arbeit zu zweit war eher schwierig, da ein Gruppenmitglied gefehlt hat. Aber die Produktivität war trotzdem hoch.“ Besser hatte es hier Marlon, der allein gearbeitet hat:
„Ich musste mich nicht auf andere verlassen und konnte mir meine Arbeit selbst einteilen. Die Bearbeitungsphasen waren auch toll, da man sich mit Leuten, die dasselbe Thema hatten, austauschen konnte.“

Während der Vorbereitung lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur viel Neues zu ihrer Frauengestalt, sondern auch ein paar neue lateinische Vokabeln, sollten sie doch lateinische Ausdrücke in ihre Präsentation einbauen.
20 Minuten für eine Szene
Auch die digitalen Fähigkeiten, insbesondere Szenengestaltung und Kameraperspektiven, haben sich verbessert, wie Noah P. anmerkt. Wenn er an seinen ersten Götterfilm in der Klasse 7 zurückdenkt, habe er deutliche Fortschritte gemacht. Auch Robert nimmt aus dem Projekt mit, „dass ein Drehbuch oder eine gute Vorarbeit beim Filmen ein schnelleres und besseres Ergebnis liefert als ohne Drehbuch.“ Weiterhin fügt er an: „Außerdem haben wir das erste Mal mit verschiedenen Kostümen gearbeitet, sodass wir nicht so viele Schauspieler brauchten, was das Video verständlicher gemacht hat.“ Dennoch bedeutet ein Filmdreh viel Arbeit. Eine der Filmgruppen brauchte alleine 20 Minuten für nur eine Szene. Hier war sicherlich viel Geduld vonnöten. Doch wenn man gemeinsam mit seinen Freunden arbeiten kann, dann wird auch so etwas mit einer Prise Humor und Gelassenheit geduldet, wie die Schüler meinten.
Am Ende stellten alle Schülerinnen und Schüler ihre Frauengestalt vor. Und auch wenn es zu Mehrfachvorstellungen kam, war keine Präsentation redundant, da „jede Präsentation anders gestaltet war und es immer andere Infos gab“, wie Magnus erklärte.
Insgesamt hat es der Lateingruppe viel Spaß gemacht. Ecrin bekräftigt dies:
„Es hat sehr viel Spaß gemacht, denn es war nicht nur eine ganz normale PowerPointPräsentation. Wir haben es selbst designt und uns eine Geschichte ausgedacht. Jeder konnte so präsentieren, wie er es am besten kann.“
„Ich wusste am Anfang so gut wie nichts über die drei Frauen. Jetzt weiß ich von allen drei die Lebensgeschichte und die wichtigsten Ereignisse“, wie Jonas erklärt.
(Text und Fotos: Verena Felkl)




