Theater gegen Cybermobbing: Was würdest du tun, um dazu zu gehören?

Wie fühlt es sich an, ausgeschlossen, bloßgestellt oder digital fertiggemacht zu werden? Und was kann man dagegen tun? Diesen Fragen stellten sich rund 500 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 und 7 aus den Gemeinden Brechen, Hünfelden, Selters und der Stadt Bad Camberg. Im großen Saal des Kurhauses Bad Camberg erlebten sie die Theaterproduktion rausgemobbt2.0 des Kölner Tourneetheaters Comic On!, die sich intensiv mit dem Thema Cybermobbing und digitalem Gruppendruck auseinandersetzt.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern der genannten Kommunen, die mit dieser Präventionsmaßnahme das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang im Netz stärken und Handlungsmöglichkeiten gegen Mobbing aufzeigen wollten, finanziert und ermöglicht wurde dies von dem Bundesmodellprogramm „Demokratie leben“.
Im Mittelpunkt des Stückes steht der 16-jährige Jess, der an seiner neuen Schule beschließt, sich aus allem herauszuhalten. Wer braucht schon neue Freunde, wenn man virtuell „reden“ und zocken kann? Doch schnell gerät er zwischen die Fronten von verschiedenen Cliquen, es geht um Statussymbole, ums Coolsein und das Dazugehören. Als sich Jess zwischen der beliebten Vanessa und der eher stillen Chris entscheiden muss, die von Vanessas Clique mit peinlichen Handyvideos bloßgestellt wird, spitzt sich die Situation dramatisch zu.
Im Anschluss an die Aufführung fand eine Diskussionsrunde mit den Schülerinnen und Schülern statt. Gemeinsam mit den Schauspielern wurde besprochen, wo man sich Hilfe holen kann, warum Menschen wie Jessica so handeln und wie man selbst aktiv werden kann, um Mobbing zu stoppen.
Das Theater schafft es, ein schwieriges Thema auf eine emotionale und zugleich greifbare Weise zu vermitteln. Viele Schülerinnen und Schüler erkannten sich in den Figuren wieder, was den Lerneffekt besonders nachhaltig machte, betonten die Schulsozialarbeiterinnen. (Madlen Wagner, Gemeinde Brechen, Myriam Rompel; Foto: Sarina Brandt).

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