Taunusschüler spielen mit dem Heeresmusikkorps

Beim Auftritt des Heeresmusikkorps Koblenz an der Taunusschule hat sich gezeigt, wie unmittelbar Musik ein junges Publikum erreicht, wenn Programm, Atmosphäre und Spielfreude zusammenfinden. Nicht selbstverständlich: Auch zwei Schülerinnen und ein Schüler der Taunusschule durften gemeinsam mit den Profis spielen.

Schon die Eröffnung mit Julius Fučíks „Einzug der Gladiatoren“ setzte ein klares Zeichen. Der berühmte Marsch, bekannt als Eröffnungsmusik bei Zirkusvorstellungen und oft klanglich unterschätzt, bekam hier eine frische, präzise Kontur. Die Blechbläser präsentierten sich strahlend, die rhythmische Energie war sofort spürbar – ein wirkungsvoller Start, der die fast 1.000 Zuhörerinnen und Zuhörer in der Kreissporthalle wachrüttelte.

Mit Alfred Reeds „Golden Jubilee“ folgte ein Werk, das die klangliche Breite des Orchesters zeigte: warme Holzbläser, ein ausgewogenes Blech und ein fein abgestimmtes Zusammenspiel. Besonders die lyrischen Passagen wirkten sorgfältig ausgearbeitet.

Ein Höhepunkt des Konzertes: „Vidda“

Ole Antonsens „Vidda“ wurde zum emotionalen Zentrum des Konzerts. Die weiten, nordisch anmutenden Klangflächen, die sich langsam aufbauen und schließlich in ein strahlendes Finale münden, trafen das Publikum hörbar. Die Schülerinnen und Schüler reagierten begeistert – ein Stück, das mit seiner Mischung aus Melancholie und Kraft unmittelbar berührt. Das Trompetensolo wirkte sicher, die dynamische Gestaltung war eindrucksvoll und zeigte das musikalische Können des Solisten und des Orchesters.

Taunusschüler werden zu Orchestermusikern

„Anspruchsvoll, aber nicht unmöglich“, bezeichnete Noah Wierschke die beiden Stücke, die er und zwei Mitschülerinnen mit den Profis zusammen spielen durften. Noah spielt Saxophon, die 18-Jährige Marie Urbschat hat in der 5. Klasse mit Querflöte angefangen, hier kooperiert die Taunusschule mit der Kreismusikschule und das Schulorchester ist seitdem fester Bestandteil in ihrem Stundenplan. Nachdem sie die Noten zu „Vidda“ und zum „Helenenmarsch“ erhalten hat, hat sie erst alleine zuhause geübt und dann bei YouTube-Videos ihre Stimme mitgespielt. Beim Konzert zeigt sich dann: das Üben hat sich gelohnt! Das Tempo ist anspruchsvoll, aber Marie, Noah und Mitschülerin Leonie Wolfsheimer verschmelzen an ihren Instrumenten mit den Profis zu einem kraftvollen Klangkörper.

Filmmusik, die Funken schlägt

Die Auszüge aus der Filmmusik zum „Dschungelbuch“  brachten spürbar Leichtigkeit in den Saal. Die bekannten Melodien wurden mit Witz, rhythmischer Präzision und einem charmanten Swing präsentiert. Die Schüler sangen leise bei "Probier‘s mal mit Gemütlichkeit" mit – ein Moment, der zeigte, wie Filmmusik verbindet.

Der anschließende „Raiders March“ von John Williams, die bekannte Titelmusik der Filmreihe „Indiana Jones“, setzte noch einmal orchestrale Brillanz oben drauf. Die markante Fanfare erklang kraftvoll, die rhythmischen Passagen waren sauber artikuliert, und das Orchester zeigte, wie souverän es große symphonische Filmmusik tragen kann.

Pop-Medley als Publikums-Magnet

Das Pop-Song-Medley wurde zum lebendigsten Teil des Schulvormittags. Die Auswahl – „Confident“ (Demi Lovato), „Einmal um die Welt“ (CRO), „Too Sweet“ (Hozier), „Firework“ (Katy Perry) und „Call Me Maybe“ (Carly Rae Jepsen) – traf genau den Musikgeschmack der Schülerinnen und Schüler.

Ein feierlicher Moment: Die Nationalhymne

Besonders eindrucksvoll war die gemeinsame Darbietung der deutschen Nationalhymne. Das Orchester spielte mit ruhiger Würde, und die Schulgemeinde war zum Mitsingen aufgefordert worden – ein Zeichen von Gemeinschaft und Respekt, das den musikalischen Vormittag auf besondere Weise prägte.

Tradition trifft Moderne

Mit dem „Helenenmarsch“ von Friedrich Lübbert zeigte das Heeresmusikkorps seine traditionelle Seite, bevor das Finale noch einmal alle Energien bündelte: „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Ein Abschluss, der das Publikum stehend, klatschend und singend zurückließ – ein echter Gänsehautmoment.

(Text: Johannes Albrecht, Myriam Rompel; Fotos: Christoph Rohde)

 

Das Heeresmusikkorps Koblenz

Zum musikalischen Repertoire des Heeresmusikkorps Koblenz gehören neben traditioneller Marschmusik auch Kompositionen klassischer Art und Bearbeitungen moderner Unterhaltungsmusik. Die Berufsmusiker haben eine fünfjährige Ausbildung zum Musikfeldwebel durchlaufen und sind alle Soldaten der Bundeswehr. Sie haben eine militärische Grundausbildung erhalten, müssen regelmäßig etwa Schießübungen und Sporttests absolvieren, um ihren Status als einsatzbereite Soldaten aufrechtzuerhalten. Im Bündnis- bzw. Verteidigungsfall würden sie in einem Notfallsanitätszentrum in der Logistik tätig.

Die Berufsmusiker haben eine fünfjährige Ausbildung zum Musikfeldwebel durchlaufen und sind alle Soldaten der Bundeswehr. Sie haben eine militärische Grundausbildung erhalten, müssen regelmäßig etwa Schießübungen und Sporttests absolvieren, um ihren Status als einsatzbereite Soldaten aufrechtzuerhalten. Im Bündnis- bzw. Verteidigungsfall würden sie in einem Notfallsanitätszentrum in der Logistik tätig.

Vor Schulen tritt das Orchester nur gelegentlich auf. Neben Konzerten in der Öffentlichkeit spielen die Musiker bei Gelöbnissen, Kommandoübergaben und Aufführungen des Großen Zapfenstreichs im In- und Ausland. Im Sommer treten die Soldaten drei Wochen lang beim bekannten Royal Military Tatoo in Edinburgh auf.

Wer nicht so weit fahren möchte, kann das Heeresmusikkorps live beim 70-jährigen Jubiläum des Orchesters erleben, das am 30. Mai ab 11 Uhr in der Gneisenau-Kaserne Koblenz gefeiert wird. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

(Text: Myriam Rompel)

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