Schüler und Betriebe im Dialog: Berufsinformationtag im Kurhaus Bad Camberg

Berufsinformationstag im Kurhaus: Auf einem Tisch stehen viele Schalen mit Knabberzeug – Chips, Flips und Knusperstangen in den unterschiedlichsten Variationen. Da greift eine Gruppe Zehntklässler gerne zu – und erfährt, dass die Firma Schaaf in Bad Camberg die Maschinen baut, mit denen diese Knabbereien hergestellt werden.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Taunus- und der Freiherr-vom-Schütz-Schule haben sich bei dem in Kooperation mit der Stadt Bad Camberg organisierten Infotag über mögliche Berufswege informiert, auch die Unternehmen und Einrichtungen nutzten die Chance, um für eine Ausbildung oder ein duales Studium in ihrem Betrieb zu werben.

 

Lukas Klimmek ist Ausbilder für Industriemechaniker bei der Camberger Firma Schaaf. Er erläutert den Jugendlichen, wie Erdnussflips hergestellt werden, die sie gerade probieren: Beim Extrusionsverfahren werden die verschiedenen Rohstoffe vermischt, unter Druck gesetzt und erhitzt, sodass das Maispulver sich ausdehnt, wodurch die Flips so fluffig werden. Wie man solche Maschinen baut, das kann man in der Firma Schaaf lernen. Falk Markert ist Industriemechaniker, er war früher selbst Taunusschüler und schätzt die kurze Anreise zu seinem Arbeitsplatz und dass er in seiner Firma während der Ausbildung mehr gelernt hat als die Mindestanforderungen. So stand neben dem Bohren, Feilen und Fräsen auch das Schweißen auf dem Programm.

Beide Seiten profitieren

Seit der Partnerschaft mit der Taunusschule hätten sie endlich wieder Praktikanten, freut sich Sonja Seelbach von den Stadtwerken Bad Camberg. Sie hofft, dass sie auf diesem Weg auch endlich wieder einen Auszubildenden finden: „Umwelttechnologe für Wasserversorgung ist ein wirklich interessanter Beruf, den kaum jemand kennt, weil sauberes Trinkwasser für die meisten einfach selbstverständlich ist.“ Man sollte sich für Naturwissenschaften interessieren, gerne handwerklich und im Freien arbeiten, Interesse an technischen Anlagen haben. Auch IT und Programmieren gehören zu den vielfältigen Aufgabenbereichen.

30 Unternehmen und Einrichtungen

30 Unternehmen und Einrichtungen präsentierten sich den Schülerinnen und Schülern der Abgangs- und Vorabgangsklassen sowie der Jahrgangsstufe 11 der beiden weiterführenden Camberger Schulen. Das Angebot war auch in diesem Jahr breit gefächert. Vertreten waren unter anderem die Bundeswehr, technische Ausbildungsbetriebe aus den Bereichen Elektro- Metall- und Maschinenbautechnik, Unternehmen aus Sport und Naturwissenschaften sowie kaufmännische Ausbildungswege in Banken und Versicherungen. Ergänzt wurde das Spektrum durch Einblicke in die Unternehmensberatung, die öffentliche Verwaltung sowie pädagogische Berufe. Die Stadt Bad Camberg war mit der Verwaltung und den Stadtwerken vor Ort.

Sonja Maurer ist erst 15, sie hat noch etwas Zeit, um sich auf einen Beruf festzulegen. Erzieherin würde ihr gut gefallen – aber Tierpflegerin käme auch in Frage. Sie informiert sich am Stand vom Bistum Limburg über die Ausbildung und spätere Berufsaussichten. Sonja jobbt als Babysitterin und hat schon mehrere Praktika im Kindergarten gemacht – gute Voraussetzungen, das findet auch Julia Schünke vom Bistum. Die Ausbildung ist mit fünf Jahren lang und außer einer Praktikumsvergütung im letzten Jahr nicht bezahlt – dafür gibt es später viel mehr Einsatzbereiche als ganz klassisch im Kindergarten.

Azubis werden gesucht

Bei der Firma Bürsten Weber machen zurzeit neun Azubis ihre Ausbildung. Einer davon ist Christian Geller, der 2024 an der Taunusschule sein Abitur gemacht hat und jetzt eine Ausbildung zum Mechatroniker mit einem dualen Studium verbindet. Ihn reizt der Mix aus Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Auch für Hauptschüler kann Personalerin Daniela Keinbrecht interessante Stellen beim Bürstenhersteller anbieten: aktuell gesucht wird Nachwuchs die Lagerlogistik sowie ein Maschinen- und Anlagenführer. „Wenn man diese Ausbildungen gemacht hat, ist man eine Fachkraft und kann einen ganz anderen Stundenlohn verlangen“, erläutert Keinbrecht.

Ein besonderer Dank gilt allen Vertreterinnen und Vertretern der Betriebe und Einrichtungen, die trotz erschwerter winterlicher Verhältnisse den Weg ins Kurhaus der Stadt Bad Camberg geschafft haben.

(Text und Fotos: Myriam Rompel, Kim Eidam/Stadt Bad Camberg, Patrick Hannappel)

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