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Das Fach Arbeitslehre an der Taunusschule

Kompetenzorientierte Zielsetzung

Die Vorbereitung der Jugendlichen auf die gegenwärtige und zukünftige Arbeits- und Wirtschaftswelt ist die zentrale Aufgabe der Arbeitslehre, stellt sie doch einen bedeutsamen Teil der Lebenswelt der Heranwachsenden dar. Im Mittelpunkt aller Unterrichtsvorhaben stehen deshalb die Förderung der Berufswahlreife und die Ausbildungsfähigkeit unserer Schüler. Die Ausbildung  folgender Kompetenzen wird mit Hilfe einer steten Theorie-Praxis-Verschränkung angestrebt:

- Verantwortungsbewusstsein

- Zuverlässigkeit

- Teamfähigkeit

- Fähigkeit zur Arbeitsorganisation

- Selbstständigkeit

- Fähigkeit Anweisungen korrekt in den eigenen Arbeitsprozess umzusetzen

- Fähigkeit die eigene Arbeit zu reflektieren

- Durchhaltevermögen

- Frustrationstoleranz

- Kreativität

- Problemlösefähigkeit

- Leistungsbereitschaft

- Handwerkliches Geschick

- Korrekter Umgang mit Material und Werkzeugen

Voraussetzungen

Thematisch orientiert sich der Arbeitslehre-Unterricht an den Hessischen Lehrplänen. Seit dem Schuljahr 2010/2011 kann der Fachbereich erstmals auf ein umfangreiches Schulbuchinventar zurückgreifen. Jeder Schüler, vom 5. bis zum 9.Schuljahr, arbeitet im Arbeitslehre-Unterricht mit dem Schulbuch „Praxis Arbeitslehre“ von Westermann. Eine Grundvoraussetzung zur praktischen Erarbeitung theoretischer Inhalte ist die konsequente Verankerung der Arbeitslehre-Stunden als Doppelstunden im Stundenplan, welche (ebenfalls seit dem Schuljahr 2010/2011) für alle Jahrgänge des Haupt- und Realschulzweiges gilt. Das Fach Arbeitslehre wird von Fachkollegen unterrichtet, was zur Unterrichtsqualität beiträgt.

Einführung in das praktische Arbeiten in den Fachräumen

Zur Anbahnung oben genannter Kompetenzen werden die Schüler der 5. und 6. Klassen schulzweigübergreifend im Rahmen einer Doppelstunde pro Woche in den Fachräumen unterrichtet.  Ein Karussellverfahren ermöglicht die Einführung in das praktische Arbeiten in Küche, Textilraum, Tonraum, Werkraum und Computerraum. Die schulform- und klassenübergreifend eingeteilten Kurse erarbeiten Sicherheitsregelungen und Schutzmaßnahmen zu den einzelnen Fachräumen und im Umgang mit Werkzeugen und Materialien. Erste handwerkliche Erfahrungen und das praktische Umsetzen von Vorgangsbeschreibungen, produktorientiertes Arbeiten im Team, die ersten Erfahrungen mit Arbeitsorganisation und die Anbahnung einer

informationstechnischen Grundbildung sind nur einige der in dem zweijährigen Zeitraum anzustrebenden Methoden. Inhaltlich richtet sich das Lernen in den Fachräumen nach den Vorgaben der Hessischen Lehrpläne.

Berufsorientierung zur rechten Zeit

Während die 8.Realschulklassen in einer Doppelstunde  wöchentlich im Fach Arbeitslehre unterrichtet werden, steht den 7. Hauptschulklassen eine zusätzliche Stunde zur Verfügung, um die praktischen Fähigkeiten, welche in den beiden vorangegangenen Jahren erlernt wurden, zu festigen.

Erfahrungen der Fachkollegen haben ergeben, dass eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten und die frühzeitige Beschäftigung mit der eigenen Berufstätigkeit (für viele Schüler eine abstrakte Vorstellung) die Berufswahlreife fördert und den Schülern durch diese Dehnung des Berufswahlprozesses den Druck nimmt, innerhalb kurzer Zeit eine schwerwiegende Entscheidung für die Zukunft treffen zu müssen.

Aus diesem Grund ist das Thema der Berufsorientierung zu Beginn des Schuljahres für die 7. Hauptschulklasse und die 8.Realschulklasse Gegenstand des Arbeitslehre-Unterrichts. Die Vorgehensweise orientiert sich in diesem Zusammenhang an den OLOV-Standards. Die Inhalte richten sich größtenteils nach dem Berufswahlplan. Ein wichtiger Aspekt der erfolgreichen Berufswahl ist das richtige Einschätzen eigener Interessen und Fähigkeiten, weshalb den 7.Hauptschulklassen unterstützend ein Kompetenzfeststellungsverfahren angeboten wird. Die 3-tägige Kompo7-Testung basiert auf eingehenden Beobachtungen von Schülerverhalten bei unterschiedlichen Aufgabenstellungen und wird vom Hessischen Kultusministerium unterstützt.

Der zweite wichtige Schwerpunkt ist das Bewerbungstraining, welcher sich der Berufswahlorientierung direkt anschließt. Hier üben die Schüler sicheres persönliches Auftreten in Vorstellungssituationen, erlernen die Gestaltung sicherer Bewerbungsunterlagen mit einer individuellen Note und werden intensiv auf  Eignungs- und Einstellungstests vorbereitet. Der Arbeitslehre-Fachbereich greift dazu u.a. auf Infomaterialien des Arbeitsamtes und unterschiedlichen Wirtschaftsbetrieben zurück.

Vertiefung des Berufswahlprozesses

Um die eigene Berufsorientierung mit praktischen Erfahrungen zu festigen, steht das Betriebspraktikum im Mittelpunkt des Arbeitslehre-Unterrichts der 8.Haupt- (3-wöchiger Zeitraum) und 9. Realschulklassen (2-wöchiger Zeitraum). Neben der eingehenden Vor- und Nachbereitung des Betriebspraktikums unterstützen weitere Elemente die Förderung der Berufswahlreife und Ausbildungsfähigkeit.

Zu nennen ist hier das dem Arbeitslehrebereich angegliederte Projekt des Schülerkiosks. Hier erarbeiten die Schüler der 8. Hauptschulklassen betriebsähnliche Prozesse, indem sie das eigene Arbeiten selbst planen, Mengen kalkulieren, preisorientiert einkaufen, herstellen, verkaufen und Buch führen.

Zur weiteren Information über Ausbildungslage, Anforderungen der jeweiligen Ausbildungsberufe, rechtzeitige Planung der eigenen Bewerbung und Voraussetzungen für die Aufnahme an weiterführenden Schulen bietet die Berufsberatung des Kreises Limburg-Weilburg nicht nur regelmäßige Beratungsgespräche unter vier Augen in der Schule an, sondern organisiert Informationsveranstaltungen im Rahmen einer Doppelstunde für alle 8. Haupt- und 9. Realschulklassen.

Aktuell finden darüber hinaus unregelmäßige Besuche im BIZ (Berufsinformationszentrum) und Betriebserkundungen statt, welche im Arbeitslehre-Unterricht eingehend vor- und nachbereitet werden.

Um weitere praktische Erfahrungen zu sammeln, betriebliche Strukturen genauer kennenzulernen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen Ausbildungsplatz in einem regionalen Betrieb zu erhalten, arbeiten die Schüler der 9. Hauptschulklassen , im Rahmen eines Praxistages, einen Tag wöchentlich in einem selbst gewählten Betrieb der näheren Umgebung.

Zusätzliche Angebote

Der Arbeitslehre-Fachbereich pflegt eine Informationswand, an welcher immer neue Ausbildungsangebote der unterschiedlichsten Betriebe und Behörden ausgehängt sind. Die Fachkollegen bieten interessierten Eltern Beratungsgespräche zum beruflichen Werdegang ihres Kindes und korrigieren auf Anfrage Bewerbungsunterlagen von Schülern.

Angestrebte Ziele

Um die zu Beginn beschriebenen Kompetenzen weiter zu fördern, hat sich der Fachbereich Arbeitslehre folgende Ziele gesetzt, welche in den kommenden Monaten und Jahren erreicht werden sollen.

- Die dringend anstehende Renovierung der Fachräume

- Umsetzung der OLOV-Standards zu großen Teilen

- Nutzung von Expertenwissen aus der Arbeits- und Wirtschaftswelt

- Eine stärkere Zusammenarbeit mit den regionalen berufsbildenden  Schulen

- Ein Berufsinformationstag mit Vertretern aus Betrieben, den Kammern, den
  berufsbildenden Schulen und des Arbeitsamtes im Rahmen der
  Berufswahlvorbereitung und des Bewerbungstrainings

- Im Jahresplan festgelegte Besuche des BIZ für die 8. Haupt- und 9. Realschulklassen

- Im Jahresplan festgelegte Betriebserkundungen für die 8. Haupt- und 9.
  Realschulklassen

- Eine engere Zusammenarbeit mit ansässigen Betrieben, durch z.B. einen
  Feedbacktag mit den Praktikumsbetrieben im Anschluss an das Betriebspraktikum

- Das Führen eines Verzeichnisses über Ausbildungs- und Praktikumsbetriebe
  im Umkreis von Bad Camberg