Streit Schlichten

 

Samuel Okon erklärt die Funktion der Streitschlichter und berichtet von seiner Streitschlichter-Ausbildung

Wir Streitschlichter werden auch als Mediatoren bezeichnet. Unsere Aufgabe ist es euch zu helfen, wenn ihr einen Streit mit einem Mitschüler oder einer Mitschülerin hattet. Vielleicht könnt ihr euch nicht mit ihm oder ihr vertragen, weil ihr durch den Streit verschiedene Standpunkte habt. In einer solchen Situation könnt ihr dann zu uns kommen und wir versuchen euch so gut wie möglich zu helfen! Wir werden dabei keinem die Schuld zuweisen wie zum Beispiel in einem Gericht. Auch werdet ihr die Lösung für den Streit selbst finden, wir helfen und unterstützen euch nur dabei. Von den Gesprächen in den Streitschlichtungen, die als Mediationen bezeichnet werden, erfährt auch niemand sonst etwas. Sie bleiben also ein Geheimnis unter den Streitschlichtern und den Konfliktparteien, das seid ihr. Ebenso braucht ihr keine Angst davor zu haben, dass euer Lehrer euch schlechtere Noten gibt, denn er muss nicht wissen, was in der Streitschlichtung stattgefunden hat.

Die Auswahl

Für mich begann alles, als ich letztes Jahr in die achte Klasse kam. Wir hatten gerade Englischunterricht, als es an der Tür klopfte. Frau Steinberg kam herein und erzählte uns etwas über die Streitschlichtung, deren Aufgaben und Ziele. Nachdem sie uns das Wichtigste erzählt hatte, sagte sie uns, dass jeder Schüler auf einen Zettel seinen Namensvorschlag eines Mitschülers für einen Streitschlichter und dessen Klasse notieren soll. So vergingen ca. 2  Wochen, bis uns mitgeteilt wurde, welche Schüler ausgewählt wurden! Daraufhin haben sich diese Schüler in der Schulbibliothek getroffen. Dort wurde uns erklärt, dass jede Woche in der neunten Stunde eine Ausbildungsstunde stattfinden wird. Wir sollten uns auch überlegen, ob wir diese Mehrbelastung tragen können.

Die Ausbildung

In den ersten Stunden haben wir Kennenlernspiele durchgeführt und Aufgaben dazu in unserem Lernheft bearbeitet. In den folgenden Einheiten sind wir dann in die Thematik der Streitschlichtung eingestiegen. Hierbei haben wir unter anderem folgende Themen kennen gelernt: Training der eigenen Streitkompetenz, Konfliktanalyse, Kommunikationstheorie, Mediationsrollenspiele.

Wochenendseminar in Gnadenthal

Ebenso gehörte ein Blockseminar in Gnadenthal dazu. Dafür trafen wir uns freitags nach der Schule, um nach Gnadenthal zu fahren. Dort bezogen wir erst einmal unsere Zimmer, und sollten uns danach im Gemeinschaftsraum treffen. Unsere Ausbilder Herr Böhme, Frau Steinberg und Frau Koop teilten uns alles Wichtige mit, und wir verabredeten uns zu unserem ersten Seminar. Dort lernten wir etwas über die 5 Phasen der Mediation, Gesprächsführung und Konfliktdefinitionen. Nach dem Abendessen haben wir noch bis in die Nacht hinein gespielt, und sind dann auf unsere Zimmer gegangen. Der nächste Morgen begann mit dem Frühstück im Gemeinschaftsraum. Wir bekamen danach noch etwas Zeit, um private Dinge zu erledigen. Wir trafen uns wieder im Seminarraum, wo wir an unserem straffen Programm weiterarbeiteten. Zum Mittagessen gingen wir wieder in den Gemeinschaftsraum zurück. Danach bekamen wir etwas mehr Zeit, um uns in Gnadenthal etwas genauer umzuschauen, oder spazieren zu gehen. Langsam fanden sich alle wieder im Seminarraum ein, wo wir fast am Höhepunkt des Wochenendes ankamen. Wir lernten  nämlich noch ein paar grundlegende Punkte, die 5 Phasen der Mediation. Nun durften wir nach Rollenkarten die Mediation durchführen. Jeweils zwei Mediatoren spielten eine Konfliktpartei und zwei andere Mediatoren sollten diesen Konflikt schlichten. Dies war manchmal gar nicht so einfach, je nachdem welchen Konflikt man schlichten sollte. Bis gegen Abend übten wir so die Mediation. Nach dem Abendessen haben wir wieder etwas gemeinsam gespielt, davor mussten wir aber noch etwas lernen. Dieser Tag war der Anstrengendste des Wochenendes. Am letzten Morgen hatte man schon etwas das Gefühl der Abreise. Nach dem Frühstück trafen wir uns noch ein letztes Mal im Seminarraum und hielten unsere Morgenrunde. Danach hieß es noch einmal arbeiten bis zum Mittagessen. Nun mussten wir unsere Taschen packen, und alles für die Heimfahrt vorbereiten. Wir kamen dann etwa um 14 Uhr an der Taunusschule an.

Nach diesem Ausflug fanden die Seminare in der Schule wie  bisher dienstags in der 9. Stunde statt. Dies ging so weiter bis kurz  vor den Sommerferien. In der letzten Schulwoche hatten wir dann noch einmal 2 Wiederholtage, an dessen Vormittagen wir noch einmal alles Gelernte wiederholten und festigten.

Der Prüfungstag

Dann kam die Prüfung. Wir trafen uns an diesem Tag im Raum 180. Unsere Ausbilder erklärten uns wie die Prüfung ablaufen wird. Wir wurden in 2er Teams eingeteilt. Zwei 2er Teams mussten zuerst allgemeine Fragen zur Streitschlichtung beantworten. Im nächsten Schritt spielten 2 Mediatoren die Konfliktparteien, deren Streit von 2 Mediatoren geschlichtet werden sollte. Die Ausbilder schauten sich dabei das Vorgehen und das Verhalten der Mediatoren während dieser Streitschlichtung an. Danach wurden die Ergebnisse dieser Mediation zwischen den Schülern und den Ausbildern besprochen. Dies wurde so oft wiederholt, bis alle Mediatoren die Prüfung durchlaufen hatten. Zuletzt wurden alle Streitschlichter noch einmal zusammengerufen, und den Gruppen wurden die Ergebnisse der Prüfung mitgeteilt. Aber keiner brauchte sich Sorgen zu machen – alle hatten bestanden. Kurz vor Ende dieses Schultages besuchten uns noch einige der älteren Streitschlichter. Sie erzählten uns etwas von ihren Mediationen, und wir konnten ihnen Fragen stellen.

Warum bin ich Streitschlichter geworden?

Also ich bin Streitschlichter geworden, um anderen Schülern zu helfen, mit Konflikten besser umzugehen und Lösungswege selbst zu finden. Außerdem ist es eine neue Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln und Neues zu lernen. Ich habe auch schon einiges aus der Ausbildung im Alltag verwenden können. Das bedeutet, Gespräche oder Diskussionen besser zu führen. Hinzu kommt noch, dass man oftmals mit vielen kleinen Schritten großes bewegen kann.

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